Was für Deutschland die Nationalhymne und für die Freie und Hansestadt Hamburg das Heimatlied „Stadt Hamburg an der Elbe Auen“ ist, das war um die Jahrhundertwende für Bergedorf sein vierstrophiges Lied
„Un's Bardörp“.

Bis 2003 kannten nur noch wenige Bergedorfer die abgebildete alte Postkarte mit dem Liedtext und der einen Stimme, es wurde aber leider nie aufgeführt.

2003 erhielt der Bergedorfer Bürgerverein eine digitale Musikdatei, die die Melodie interpretiert - seit der Zeit steht sie auf dieser Internetseite (unter diesem Textteil). 2004 nahmen dann andere Musiker diese Idee auf; sie spielten und sangen jetzt das Lied. Außerdem begleitet es als „roter Faden“ den 2005 erschienenen Bergedorf-Film.

Der Bergedorfer Bürgerverein freut sich, dass seine „Pionierarbeit“ so gut aufgenommen wurde.

Aber wie kam es 1903 zu diesem Bergedorf-Lied?


Heute kennen zwar noch einige Bergedorfer die alte Postkarte mit dem Liedtext, aber wer singt es und wie klingt es?
Es ist seit Jahrzehnten nicht zur Aufführung gekommen.

 

Hier nun einige geschichtliche Informationen zum Lied:

 

Der Liedertext stammt von Elisabeth Thomann,
geb. Harmsen, und die Melodie vom damaligen Stadtmusiker Richard Radelfahr. Elisabeth wurde am 10. März 1856 als Tochter des Sattler- und Tapeziermeisters Johannes Nikolaus Harmsen (wohnte am Mohnhof 15) geboren.Mit Ida Boy-Ed, der Tochter des Herausgebers der Bergedorfer Zeitung, besuchte sie die Privatschule von Dr. Magers in der Töpferwiete. 1881 heiratete Elisabeth den Lohgerber Paul Thomann (wohnte Mohnhof 13), der das Lebensmittelgeschäft seines Onkels Behrens in der Großen Straße 26
(heute: Sachsentor 29) übernahm. 1899 verpachtete Thomann sein Lebensmittelgeschäft und übernahm die Kassiererstelle der nebenanliegenden „Bergedorfer Sparcasse von 1850“, die der Bergedorfer Bürgerverein gegründet hatte.
Die Familien Harmsen und Thomann waren dem Bergedorfer Bürgerverein, als 1847 gegründeten Bergedorfer Kultur- und sog. Fortschrittsträger, sehr verbunden. Elisabeth Thomann schrieb auch viele plattdeutsche Stücke; so 1904 „Ein Bergedorfer Zunftmeister“ für einen Museums-Basar des Vereins. Sie war in der Sozialfürsorge als ehrenamtliche Armenpflegerin tätig und 1. Vorsitzende des "Vaterländischen Frauenvereins". Am 27. November 1919 verstarb sie. Auf Grund ihres Engagements für Bergedorf trägt eine Seitenstraße des Reinbeker Weges den Namen "Elisabeth-Thomann-Weg".

Elisabeth Thomann
 

Laut ihrer kleinen handschriftlich geführten Gedicht- und Textsammlung ist der plattdeutsche Liedertext mit 31. August 1903 datiert. Das dann am 7. Oktober 1903 aufgeführte Bergedorf-Lied ist fast in Vergessenheit geraten - nur diese Postkarte erinnert Sammler noch daran.
Im August 2003 hat der Bergedorfer Bürgerverein die gespielte Melodie vom Hamburger Musiker Henning Simalla als digitale Musikdatei erhalten. Er hat diese alte Melodie mit vier, damals für kleine Stadtmusik-Gruppen übliche Instrumente besetzt , bearbeitet und computerunterstützt eingespielt.


Nun kann man 100 Jahre nach der Erstaufführung die Melodie wieder hören! Sie liegt auf dieser Internetseite als kleine MIDI- und etwas größere MP3-Datei vor - ein Downloud wird angeboten.
Der Hörer glaubt sich zurückversetzt in die Zeiten der herumziehenden Dorfmusiker, die auf Straßen und Plätzen spielten.

 

Hier können Sie sich die Melodie unseres Bergedorf-Liedes anhören
und wenn Sie möchten in verschiedenen Formaten downloaden!

 

MID ( 6 KB)

MP3 ( 1151 KB)

Download:
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1893



Hier können Sie sich die Melodie anhören


MID ( 10 KB)


1895



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MID ( 10 KB)


1897



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MID ( 6 KB)